Huawei Watch GT 3: Test, Verkaufsstart - COMPUTER BILD

Von: Sexbeziehung / Zeit: 01/12/2021

Anpfiff bei Huawei: Die

Huawei Watch GT 3

ist ab sofort im Handel. Auf ihr ruht viel Hoffnung, denn die GT-Reihe ist laut Hersteller der hauseigene Verkaufsschlager. Bislang punktete die smarte Uhr mit schlichtem, rundem Design, langer Akkulaufzeit, guten Trainingsfunktionen und einem hellen Display. Ihr neues Mitglied läuft mit dem hauseigenen Betriebssystem Harmony OS, schon bekannt von der

Huawei Watch 3

. Es verwandelt die GT 3 in eine "echte" Smartwatch, denn nun lassen sich Apps installieren. Wir haben uns im Praxis-Test einen Eindruck von der Uhr gemacht.

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Pro

Always-on-DisplayKratzfestes Design

Kontra

Kurze AkkulaufzeitNur mit iPhones kompatibel
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Pro

Misst Herzfrequenz exaktSprachassistentin Siri an Bord

Kontra

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Pro

Komfortable BedienungRegelmäßige Updates

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Großes, helles, kratzfestes DisplayRegelmäßige Software-Updates

Kontra

Kein Always-on-DisplayKurze Akkulaufzeit
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Pro

Genaue HerzmessungKratzfestes AMOLED-Display

Kontra

Träge AktivierungsgesteOhne LTE-Modul
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Pro

Umfassende GesundheitsanalyseGenaue Herzmessung

Kontra

Teils träge BedienungOhne LTE-Modul
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Pro

Einige Google-Dienste an BordInsgesamt gut bedienbar

Kontra

Nicht mit iPhones kompatibelEtwas starre Armbandform
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Pro

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Kontra

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Pro

Erkennt Trainings automatischMit GPS und Barometer

Kontra

Akkulaufzeit bleibt knappPulssensor etwas ungenau
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Fitbit

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Pro

Erkennt Trainings automatischMisst Herzfrequenz exakt

Kontra

Kein GPS-SensorKein Lautsprecher
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Design: Es bleibt bei zwei Größen

Die Huawei Watch GT 3 erscheint wie gehabt in zwei Größen: 42 und 46 Millimeter (mm). Das Design wirkt nicht nur edel, das bestätigte auch der Kratztest im Labor: Das Display der 46-mm-Version hielt bis zur Stufe 7 von 9 stand, das Edelstahlgehäuse widerstand immerhin bis zur Stufe 4, nur die Kunststoffrückseite ist empfindlicher (Stufe 2). Das Display leuchtet weiterhin kontraststark und hell und reagiert flüssig auf Eingaben.

Huawei Watch GT 3: Armbänder

Huawei stellt viele Wechselarmbänder zur Wahl, standardmäßig gibt es

ein schwarzes Kunststoffband,ein braunes (46 mm) oder weißes (42 mm) Lederarmbandoder ein Edelstahlarmband (46 mm) beziehungsweise goldenes Milanaise-Band (42 mm).

Ans Gehäuse passen Standardarmbänder mit 20 mm (für 42-mm-Version) beziehungsweise 22 mm Breite (für 46-mm-Version).

Gehäusefarben der Huawei Watch GT 3

Jede der beiden Größen erscheint in zwei Farben:

42 mm – Schwarz oder Gold46 mm – Schwarz oder Edelstahl-Silber ("Steel")

Groß gegen klein: Die Huawei Watch GT 3 erscheint mit 46- oder 42-mm-Gehäuse.

Bedienung: Ein bisschen Apfel tut gut

Eingefleischte Huawei-Fans hören das vielleicht nicht gerne. Doch der Hersteller scheint bei der Bedienung ein Auge auf die beliebteste Smartwatch der Welt geworfen zu haben: die

Apple Watch

. Die Huawei Watch GT 3 hat nämlich wie die Apfel-Uhr zwei Knöpfe: oben eine drehbare runde Krone, unten eine ovale Taste. Mit dem Drehknopf lässt sich durch die Menüs scrollen und das fühlt sich – abgeguckt oder nicht – recht angenehm an. Wem die haptische Reaktion der Krone, eine etwas nervige Vibration, dabei auf den Geist geht, der schaltet sie ab (

Einstellungen, Töne & Vibration, Kronen-Haptik

).

Zwei Knöpfe stehen bereit.

Huawei Watch GT 3: Anordnung der Apps

Ein weiteres Detail hat Huawei sich auch von Apple abgeschaut: die Möglichkeit, die Apps auf zwei Arten anzuordnen – als Schachbrett (bei Apple sieht das Muster etwas anders aus, weil die Apps schräg versetzt sind) oder als Liste.

Die Menüansicht lässt sich auf zwei Arten einstellen.

Intuitive Menüs und schlafende Zeitanzeige

Die Bedienung ist insgesamt intuitiv: Wischen von oben nach unten öffnet das Schnellmenü, andersherum zeigt die Uhr Benachrichtigungen. Wischen nach links führt durch einzelne Kacheln, etwa Herzfrequenz und Wetter. Durch Drücken der Krone öffnet sich das App-Menü, Wischen nach rechts führt einen Schritt zurück. Die Huawei Watch GT 3 zeigt dauerhaft die Uhrzeit. Schade: In diesem Always-on-Display-Modus (von Huawei "AOD" getauft) lässt sich die Uhr nur durch Knopfdrücken und nicht mehr durch Armheben wecken.

Fitnessfunktionen: Altbekanntes bleibt

Die Huawei Watch GT 3 setzt auf alles, was auch Vorgänger konnten. Sie zeichnet diverse Trainingsarten auf. Dank GPS und Barometer klappt das inklusive Routen und Höhenmetern. Das gelang auch im Praxis-Test. Fürs Laufen lassen sich in der App auf dem Handy Trainingspläne erstellen, die bei der GT 3 individuell auf den Nutzer oder die Nutzerin zugeschnitten sind. In der App ließ sich zunächst kein Unterschied ausmachen. Beim Gehen, Laufen, Crosstrainer- oder Rudertraining erkennt die Sensorik Work-outs automatisch und erinnert an die Aufzeichnung sowie das Beenden dieser – in der Theorie. Hierfür muss die Funktion zunächst über die Trainingseinstellungen auf der Uhr aktiviert werden (unter Einstellungen). Unserem Testmuster gelang es nicht, Spaziergänge zu erkennen. Die Uhr schätzt zudem die Sauerstoffsättigung im Blut, die (Haut-)Temperatur und erfasst nachts den Schlaf. Beim Ausprobieren gelang das zuverlässig.

Die Uhr zeigt den Verlauf der Herzfrequenz.

Die Sauerstoffsättigung im Blut schätzt die Huawei Watch GT 3.

Huawei hat die Herzsensorik erweitert

Auf der Unterseite der Huawei Watch GT 3 leuchten acht LEDs, um die Herzfrequenz zu erfassen – doppelt so viele Dioden wie beim Vorgänger. Zudem will der Hersteller den Algorithmus für das Tracking verbessert haben. Die Form der Sensoren sei nun runder, sodass sie Schweiß besser abführen. In unserem Test arbeitete der Herzsensor sehr genau und lieferte ein genaues Ergebnis für die Herzfrequenzmessung beim Training, auch dann, wenn die Arme sich viel bewegen.

Glatter Rücken: Auf der Unterseite sitzt allerhand Sensorik.

Gesundheit im Blick: Neues Konzept

"Healthy Living" – so nennt Huawei eine neue Funktion, mit der Nutzerinnen und Nutzer sich selbst gesundheitliche Herausforderungen stellen. Das bedeutet: sich selbst Ziele setzen, an die die Uhr erinnert – mehr trinken, rechtzeitig schlafen gehen, Atemübungen machen und sogar tägliches Lächeln (ja, wirklich). Die Einrichtung erfolgt über die App auf dem Smartphone. Wir haben dies unter der Beta-App ausprobiert, offiziell startet die Funktion mit dem nächsten Update, das voraussichtlich am 15. November 2021 kommt. Im Prinzip baut Huawei mit der Healthy-Living-Funktion die von Fitnesstrackern bekannten Bewegungserinnerungen aus. Ob das tatsächlich motiviert, bleibt jedem und jeder selbst überlassen.

In der App lassen sich Gesundheitsziele festlegen.

Junges System: Harmony OS

Der Unterschied von Harmony OS (läuft auf Huawei Watch 3, 3 Pro und GT 3) zu Lite OS (läuft auf der GT- und GT-2-Reihe) ist die Möglichkeit des Harmony-Systems, es um Apps zu erweitern. Die Huawei App Gallery (für Android) bietet für die GT 3 eine magere Auswahl an Drittanbieter-Apps. Manche Apps bleiben der Huawei Watch 3 vorbehalten. Zwei Dutzend Apps standen zunächst für die GT bereit, darunter jedoch keine beliebten Apps, die sich in App-Store-Charts weit oben finden, wie WhatsApp, Google Maps, PayPal, Instagram, Ebay, TikTok oder Spotify.

Welche Apps gibt es?

Die App Gallery bietet unter anderem Spiele (Numpuz, 24 Count), To-do-Apps (TickTick, Focus To-Do), Karten-Apps (Offline Map Navigation, Petal Maps) und Trainings-Apps (Fit, Workouts zuhause ohne Geräte, Fifty Workouts). Viele der Apps lassen sich nur mit der passenden Smartphone-App aus der App Gallery einrichten, wenn das denn funktioniert: Die App Gather News, die Nachrichten von Spiegel, Süddeutscher & Co. zeigt, ließ sich beim ersten Ausprobieren auf der Uhr nicht in Gang bringen. Bei anderen Apps klappte das besser: Über die App Fifty Workouts ließ sich ein Work-out starten, das gleichzeitig auf der Uhr begann und die Dauer der Übung anzeigte und dabei Herzdaten aufzeichnete – danach fand sich das Work-out jedoch nicht in der Huawei-Health-Trainingsaufzeichnung wieder. Die Petal-Maps-App spiegelte Routenhinweise auf die Huawei Watch GT 3, sofern die Navigation über die zugehörige App auf dem Smartphone gestartet wurde.

Die Krone ist drehbar und scrollt durchs Menü.

Musik an Bord, Messaging mau

Wer die GT 3 mit einem Android-Handy koppelt, überspielt MP3-Titel oder Titel des kostenpflichtigen Streamingdienstes Huawei Music, die sich dann an Kopfhörer übertragen lassen. Die Übertragung von Huawei Music gelang im Praxis-Test mit ein paar Abbrüchen und etwas Wartezeit. Musik speichern oder auch nur fernsteuern klappt mit dem iPhone nicht. Die Uhr zeigt eingehende Benachrichtigungen vom Handy, eine Antwortfunktion fehlt. Immerhin: Freisprechtelefonie ist via Uhr mit ordentlichem Klang möglich, genau wie Rückrufe der zuletzt getätigten Anrufe. Der Huawei Assistant ist grundsätzlich auch an Bord, aber wählerisch: Er ließ sich beim Ausprobieren nicht aktivieren und verlangte nach einem gekoppelten Huawei-Smartphone mit mindestens EMUI 10.1.

Unterschied der Huawei Watch 3 und Watch GT 3

Kein LTE, längere Laufzeit: Das ist der wesentliche Unterschied der GT zur normalen Watch 3. Die Batterie der GT-Version ist zwar nicht größer als die der Huawei Watch 3. Doch das System arbeitet stromsparender – und so schafft die GT 3 mehrere Tage bei normaler Nutzung (Herzfrequenzmessung, Schlaftracking, Benachrichtigungen, dauerhafte Zeitanzeige). Beim ersten Ausprobieren kam die 46-mm-Version auf fünf Tage – zum Vergleich: Die Huawei Watch 3 Pro lief im Test vier Tage, die Huawei Watch 3 zwei Tage.

42,3x42,3x10,2 mm / 45,9x45,9x11 mm

AMOLED mit 1,32 / 1,43 Zoll

4 GB intern, 32 MB Arbeitsspeicher

46 mm / 48 mm (Pro-Version)

46,2x46,2x12,15 mm / 48x49,6x14 mm

16 GB intern, 2 GB Arbeitsspeicher

4 GB intern, 32 MB Arbeitsspeicher

41,8x41,8x9,4 mm / 45,9x45,9x10,7 mm

AMOLED mit 1,2 / 1,39 Zoll

4 GB intern, 32 MB Arbeitsspeicher

Akkulaufzeit der Huawei Watch GT 3

Die Huawei Watch GT 3 hat je nach Gehäusegröße unterschiedlich üppige Batterien (bemessen in Milliamperestunden, mAh).

Huawei Watch GT 3 (46 mm): 455 mAh; Huawei verspricht damit bis zu 14 Tage Laufzeit.Huawei Watch GT 3 (42 mm): 292 mAh; Huawei verspricht damit bis zu sieben Tage Laufzeit.

Die Versprechen des Herstellers gelten aber nur mit stromsparenden Einstellungen. In unserem Test mit aktiviertem Always-on-Display und dauerhafter Herzmessung sowie aktivierter Sporterkennung kam die 46 mm-Version auf fünf Tage Laufzeit. Das ist im Vergleich zu anderen Smartwatches ordentlich, wobei die GT 3 auch nicht die gleichen Funktionen bietet wie Uhren von Samsung und Apple.

Erste Einschätzung zur Huawei Watch GT 3

Die Huawei Watch GT 3 soll an alte Erfolge anknüpfen. Das könnte ihr sogar gelingen, denn der Hersteller hat gezielt die Stärken herausgeputzt, statt nur der Smartwatch-Konkurrenz in allen Punkten hinterherzuhecheln wie die erste Harmony-Smartwatch. Bei den smarten Funktionen – Bezahlen, LTE, Apps, Sprachassistenz, Elektrokardiogramm – haben sich die Platzhirsche Apple und Samsung nämlich schon einen Vorsprung erarbeitet. Als aus dem Play Store verstoßener Androide kann Huawei das kaum einholen. Stattdessen punktet der Hersteller mit mehrtägiger Akkulaufzeit, baut die Trainingsfunktionen aus und spendiert ein paar mickrige Apps, ohne die (relativ) flüssige Software zu stören. Das ist die cleverste Strategie, die Huawei unter diesen Umständen fahren kann. Bei der Trainingserkennung scheint noch Nachbesserung nötig.

Huawei Watch GT 3: Preis und Verfügbarkeit

Die Huawei Watch GT 3 hat unterschiedliche Preise je Größe: Die 42-mm-Version gibt es ab 229 Euro, 46-mm-Größe ab 249 Euro. Teurer wird es mit den edleren Armbändern:

42 mm, Black mit Kunststoffarmband: 229 Euro42 mm, Gold mit Lederarmband: 249 Euro42 mm, Gold mit Milanaisearmband: 299 Euro46 mm, Black mit Kunststoffarmband: 249 Euro46 mm, Steel mit Lederarmband: 269 Euro46 mm, Steel mit Edelstahlarmband: 329 Euro

Am 11. November 2021 ist der Verkauf offiziell gestartet. Die Auslieferung beginnt teils einige Tage später, wie der

Homepage des Herstellers

zu entnehmen ist, weil offensichtlich einige Varianten vergriffen sind.

Voraussetzung für Einrichtung und Nutzung ist ein iPhone (ab iOS 9) oder Android-Smartphone (ab Android 6). Android-Nutzerinnen und -nutzer, die kein Huawei-Smartphone besitzen, müssen für die Installation der Huawei-Health-App einen Umweg über die Huawei App Gallery gehen.